DER STIL EINER IKONE

16 02 2011

Verständnisfrage

Wir haben uns immer schon gefragt, warum eine derart hochkarätige Stilikone wie der Bulli mit einer derart mitteldeutschen Durchschnitts-Einrichtung aufwartete. Abgesehen von den zweifellos einzigartigen – weil einmaligen – privaten Ausbauten, die Hippi-Gurus mit improvisatorisch sicherem Make-Love-not-War Händchen bewiesen, die Familienväter in mühsamer nächtlicher Heim- bzw Garagenarbeit dengelten, die Nutz- und Interessengemeinschaften auf ungezählten Globetrotter-Fahrten mit Matratze und Schlafsack arrangierten und ausgefuchste Weltenbummler für ihren Ausstieg aus dem Hier und Jetzt mit Hilfe von bis dahin noch nicht erfundener Zweckdienlichkeiten bewerkstelligten – warum kommt der Bulli schon ab Werk so karg karriert vom Fließband. Dabei bewies schon der T1 in seiner anfangs dreifarbigen Lakierung eine bis dato unerreichte Eleganz im (Nutz-)Fahrzeugbau.

Stilikone Nr. 1 auf der Straße: Der VW Samba von 1951

Stilikone Nr. 1 auf der Straße: Der VW Samba von 1951

Hat nicht eine ganze Generation idealistischer Blumenkinder versucht, ihrer Welt und damit auch ihren Fahrzeugen mehr Farbe einzuhauchen. Ist ihnen das nicht auch gelungen und hat sich nicht ihre Botschaft, ihre ganze Revolution auch und gerade mit einer ihrer Ikonen rund um die Welt verbreitet: Der Blumen-Bus, auch Hippi-Schaukel oder einfach nur Bulli genannt.

Die Ikone, rund 20 Jahre später

Die selbe Ikone, rund 20 Jahre später

Um so verwunderlicher ist der recht eintönige, um nicht zu sagen einfältige Einblick in die heutigen noch fahrenden Bullis und der offensichtliche Hang zur Originalgenauigkeit statt zur Originalität. Einzig vorherrschende Farben: Braun, grün, orange. Fast gewinnt man den Anschein, daß eine ganze Generation, ja nahezu alle fahrenden, campenden, expedierenden, mobilen Westfalen resigniert haben und sich mit dem Gelsenkirchener Barock im eigenen Bus zufrieden geben.

Um diesem dauerhaften Unzustand einen eindeutigen Kontrapunkt zu geben, haben wir uns bei der Planung unseres Fahrzeuges, schon aus der Sicht der Gestaltung eines Gesamtkunstwerkes, aber natürlich auch, weil er ja unsere Insel, unser fahrendes Wohnzimmer, die Kommandozentrale, das Refugium, die Kneipe, das Schlafzimmer, der Karten-, Funk- und Maschinenraum, das zu Hause auf Rädern, unser Bulli ist, über die Innenraumgestaltung Gedanken zu Stil und Look einer ganzen Epoche gemacht. Dabei gibt das Baujahr 1975 die Maxime vor: Funky, aber bitte cool!

Lieber außergewöhnlich als außen gewöhnlich

Lieber außergewöhnlich als außen gewöhnlich

Dazu entwarfen wir eine Reihe möglicher Looks, die sowohl dem Fahrzeug als auch der ganzen Epoche schmeicheln sollten. Und weil es einfach sonst noch nirgendwo steht: Leute, machts Euch zu Hause doch einfach schön!

Hier ein paar Vorschläge, die natürlich auch fürs heimische Wohnimmer unheimlich vorteilhaft sind, vorausgesetzt man lebt und liebt die Siebziger.


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